Feuchtwangen. Ein positives Fazit zogen die Organisatoren der christlichen Jugendveranstaltung "ich glaub's Franken 2009". Zu den Kindernachmittagen und Jugendabenden in 15 Orten in Franken kamen vom 9. bis 15. November insgesamt über 4.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Mehrere Dutzend Besucherinnen und Besucher erklärten, dass sie ein Leben bewusst als Christ führen wollen.
Jeden Nachmittag bzw. Abend gab es an verschiedenen Orten - überwiegend im Landkreis Ansbach - ein spannendes Programm, an dem Künstler wie die südafrikanische Tanzformation iThemba, die Jonglagekünstler Ruben Gazki und der Kleinkünstler Mr. Joy sowie der Afrika-Kenner Fritz Pawelzik auftraten. Neben diesen Höhepunkten hörten die Besucherinnen und Besucher jugendgemäße Ansprachen, gute Musik und hatten bei kleinen Snacks viel Zeit zum Reden und Austauschen. In Nürnberg fand zeitgleich im Rahmen von "ich glaub's Franken 2009" Vortragsabende für Studenten statt. Ebenfalls in Nürnberg waren bei "Glaubenskultur" Senioren zu geführten Spaziergängen und Vorträgen eingeladen. Tatkräftig unterstützt wurden die jugendlichen Mitarbeiter vor Ort und Referenten von rund 70 Studentinnen und Studenten des Theologischen Seminars und Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jüngerschaftsschule der Liebenzeller Mission aus Bad Liebenzell im Nordschwarzwald. Dass der christliche Glaube Hände und Füße hat, bewiesen die Mitarbeiter unter anderem dadurch, dass sie beim Laubrechen halfen und in Colmberg mit einem Arbeitseinsatz beim Landschaftstag mithalfen.
"Das Engagement der Mitglieder der örtlichen christlichen Jugendkreise 'Entschieden für Christus', die mit viel Liebe und Einsatz die Abende organisiert haben, hat uns riesig gefreut und stark beeindruckt", sagte Klaus Ehrenfeuchter, Leiter der Gemeinschafts-/Gemeindearbeit im Liebenzeller Gemeinschaftsverband und Gesamtkoordinator von "ich glaub's Franken 2009". Diesem Urteil schloss sich in der Abschlussveranstaltung Pfarrer Matthias Knoch aus Gräfensteinberg an: "Es war eine richtig gute Woche!" Zusammen mit den Absolventen der Jüngerschaftsschule der Liebenzeller Mission wurden dort von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde eine Kinderwoche angeboten.
Mehrere hundert Jugendliche hörten die Berichte von Crystal Miller, die das Schulmassaker in der Columbine High School in Littleton 1999 überlebte. Sie berichtete eindrücklich davon, wie sie bewahrt wurde und den Amoklauf verarbeitete. Besonders beeindruckte sie, dass ihre Freundin die Frage eines der Amokläufers, ob sie Christin sei, bejahte - und dadurch ihre Leben verlor. "Mein Leben wird nie wieder normal sein", erklärte Crystal Miller bei einem Vortrag im Gemeinschaftshaus der Liebenzeller Gemeinschaft in Feuchtwangen. Sie rief die Jugendlichen dazu auf, das Leben bewusst mit Gott zu leben. "Gott hat uns dabei nicht versprochen, dass unser Leben leicht wird, aber er schenkt uns einen Sinn", ist Crystal Miller überzeugt.
Religionsunterricht der besonderen Art
Bei mehreren Schuleinsätzen zeigten die Mitwirkenden von "ich glaub's Franken 2009" Kostproben ihres Könnens und erzählten gleichzeitig davon, was ihrem Leben Sinn und Halt gibt. Einen Religionsunterricht der besonderen Art erlebten beispielsweise Schülerinnen und Schüler der Hauptschule in Bechhofen: Der Illusionist, Artist und Kleinkünstler Mr. Joy alias Karsten Strohhäcker zeigte in der Turnhalle einen Ausschnitt seiner Tricks, Jonglage und Artistik. Dabei verband er seine Vorstellungen mit Aussagen der christlichen Botschaft. So ließ er sich unter anderem in einer Zwangsjacke und in einen großen Wäschesack fesseln und schaffte es nicht zuletzt dank einer Büroklammer, sich daraus zu befreien. Dabei verwies er darauf, dass der christliche Glaube frei machen könne von Bindungen, die die Menschen krank machen. Geschickt band er das junge Publikum in seine kleine Show ein und zeigte, dass in jedem ein kleiner Zauberkünstler steckt. Ebenfalls beeindruckte er durch seine Fahrkünste auf einem Einrad und dem Jonglieren von Bällen und brennenden Fackeln.
Dass sich mitreißender Gitarrenrock und Texte mit Tiefgang nicht ausschließen, das bewies die christliche Salzburger Band "Holzweg" bei drei Konzerten im Rahmen von "ich glaub's Franken 2009", unter anderem im Jugend- und Gemeinschaftshaus der Liebenzeller Gemeinschaft in Wassertrüdingen. Die Band begeisterte die Jugendlichen mit erdigem Gitarrensound, belebenden Gesangslinien und herausfordernden deutschen Texten, die von den Höhen und Tiefen des Lebens berichten. Dabei machte die Band mit ihrer Musik deutlich, dass christlicher Glaube wahre Lebensfreude schenkt.
Auf große Begeisterung stießen auch die Auftritte von iThemba ("Hoffnung"). Die jungen Christen aus Südafrika brachten mit einer Mischung aus Musik, Tanz und Bewegung afrikanisches Flair in die Schulen und Veranstaltungen.
Gebannt hörten die Schüler und Besucher der "ich glaub's Franken 2009"-Abende dem 81-jährigen Fritz Pawelzik zu, der davon berichtete, wie er als begeisterter Nationalsozialist von der Naziideologie verblendet war - aber dann zum christlichen Glauben fand und nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem als Sozialarbeiter und Missionar in Ghana und Tansania arbeitete und zum Häuptling "Nana Kofi Marfo II" ernannt wurde. Er ermutigte die Jugendlichen, ein Leben mit Gott zu leben, denn "er gibt dem Leben Halt und trägt uns durch die Höhen und Tiefen unseres Lebens", so Fritz Pawelzik bei einem Vortrag im Evangelischen Gemeindehaus in Wildenstein.
"ich glaub's Franken 2009" wurde vom Südwestdeutschen Jugendverband "Entschieden für Christus" (EC) sowie dem EC-Kreisverband Bayern veranstaltet. Unterstützt wurde die Aktion vom Theologischen Seminar, der Jüngerschaftsschule und der Kinder- und Jugendzentrale der Liebenzeller Mission sowie vom Liebenzeller Gemeinschaftsverband und verschiedenen Kirchengemeinden.
Claudius Schilliger, Liebenzeller Gemeinschaftsverband